
Insbesondere
wenn Sie das erste Mal bei einem Psychologen sind, werden Sie sich fragen,
auf welche Weise Ihnen durch Psychotherapie geholfen werden kann. Vielleicht hat es Sie auch Überwindung gekostet, diesen Schritt zu tun, denn vielen Menschen fällt
es - im Unterschied zu körperlichen Erkrankungen - schwer, sich
bei seelischen Problemen fachliche Unterstützung zu holen.
Erste Schritte
Unter anderem können Ängste, depressive Verstimmungen, eine Suchtproblematik,
Eßstörung oder psychosomatische Beschwerden und Schmerzen ein Grund
sein, einen Therapeuten aufzusuchen. Ich werde Sie zunächst
genau fragen, wann, wie lange schon und in welcher Form Ihre speziellen Beschwerden
auftreten. Ich werde Ihnen zuhören, um möglichst genau nachzuvollziehen,
wie Sie Ihre Beschwerden und deren Zusammenhang mit Ihrem Alltag erleben,
wie sich die Beschwerden entwickelt haben und ob Konfliktsituationen dabei
eine Rolle spielen.
Ich werde Sie dann ermutigen, sich für die Therapie positive
Ziele zu setzen. Solch ein Ziel kann z. B. sein: " Ich möchte mich wieder
sicher und ruhig fühlen, wenn ich in einem vollen Supermarkt einkaufe
". Oder: " Ich möchte morgens wieder mit Energie den Tag beginnen, um
die anstehenden Dinge zu erledigen ". Im Laufe der Therapie können sich
natürlich diese Ziele verändern oder neue Ziele hinzukommen .
Arbeitsweisen in der Therapie
Ausgehend von Ihren Zielen werden dann in der Therapie Erfahrungen aus Ihrem
Alltag oder auch aus der Lebensgeschichte besprochen, die in diesem Zusammenhang
wichtig sind. Man muß durchaus nicht immer den Ursprung der Probleme
in früheren Erfahrungen suchen, um etwas verändern zu können,
manchmal wiederum kann genau dies sinnvoll sein .
Ich werde Ihnen in den Gesprächen in der Regel keinen Rat geben
und Ihnen auch nicht sagen, was Sie meiner Meinung nach tun sollten. Das wird
anfangs vielleicht ungewohnt für Sie sein. Dabei werde ich Ihnen aber
Impulse geben, sich selbst und Ihre Erfahrungen mit anderen Menschen auf neue
Weise wahrzunehmen und zu verarbeiten. Ich möchte Sie dabei unterstützen,
für sich selbst neue Lösungen zu finden.
Psychotherapie ist dabei unter anderem auch ein Prozeß der Selbsterforschung.
Sie werden sich selbst, den Hintergrund ihrer Verhaltensweisen und Verhaltensmuster,
verschüttete Gefühle, Wünsche usw. immer besser kennenlernen.
Es gibt dabei nichts von vornherein Unwichtiges. Es sind oft die vordergründig
"kleinen" Erfahrungen ebenso wie die "kleinen" Veränderungen und Fortschritte,
die besonders wichtig sind. Nach und nach werden Sie auf diese Weise immer
mehr zum Experten/zur Expertin für sich selbst. Dies kann streckenweise
mühevoll, jedoch ebenso für Sie lohnend sein. Manchmal kann es in
der Therapie auch wichtig sein, sich durch Krisen hindurchzuarbeiten, in denen
die Beschwerden vielleicht zurückkommen oder sich vorübergehend
verstärken. Solche Krisen sind oft zugleich ein Durchgangsstadium auf
dem Weg zu etwas Neuem.
Mit welchen therapeutischen Methoden Probleme bearbeitet werden, hängt
sehr von der jeweiligen Situation ab. In vielen Fällen kann es sinnvoll
sein, ein Entspannungsverfahren zu erlernen, um dadurch für sich selbst
neue positive Erfahrungen zu machen, die sowohl im Alltag wie auch in der
Therapie hilfreich sind.
Wichtig - Ihr eigener Anteil
Es ist eine gute Voraussetzung für die Therapie, wenn Sie neugierig
sind auf sich selbst und daran glauben, daß Sie etwas verändern
können. Die Therapie wird um so besser gelingen, je aktiver Sie selbst werden. Das kann bedeuten:
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Erwarten Sie im Zusammenhang mit der Therapie kleine und große Wunder,
und vertrauen Sie dabei auf sich selbst!